Kategorie Archive: Eingewöhnungsphase

Als Eingewöhnung bezeichnet man die Übergangszeit von der häuslichen Betreuung in eine KiTa. Das ist die Zeit, in der das Kind noch keine feste Bindung zur Tagesmutter aufgebaut hat und neue Situationen, Räume, Kinder, Abläufe und Regeln kennenlernen muss.

 

Informationen zur Eingewöhnungszeit

 

Was genau ist mit der Eingewöhnungsphase gemeint?

Für die Kinder bedeutet der Wechsel vom gewohnten Zuhause in die KiTa zunächst einmal „Stress“ und ist eine emotionale neue Stufe auf dem Weg zum Großwerden.
Sie müssen sich von den Eltern, ihren bisherigen Bezugspersonen lösen, sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden und zu einer weiteren Bezugsperson (Erzieherin/ Tagesmutter) Vertrauen aufbauen. Aus diesen Gründen kann die Anfangsphase der Tagesbetreuung durchaus schwierig werden und sollte von allen Beteiligten mit bestem Gewissen unterstützt werden.

Mit der Eingewöhnungszeit meint man also die Anfangsphase, in der sich das Kind mit der Tagesmutter, der KiTa und den anderen Gruppenkindern vertraut macht.

 

Warum ist die Eingewöhnungszeit so wichtig?

Der Übergang in eine Tagespflege ist ein besonderes Erlebnis bei kleinen Kindern, welches viel Unterstützung von den primären Bezugspersonen, also Mutter und Vater, fordert.
Forschungen haben gezeigt, dass bei einer besonders behutsamen und erfolgreichen Eingewöhnungsphase, die Tageskinder nicht so lange erkranken wie Kinder, bei denen die Eingewöhnungsphase weniger unterstützend verlief.

Zusätzlich haben Eltern und Tagesmutter während dieser Zeit, die Gelegenheit sich näher kennenzulernen und eine vertrauensvolle Basis für einen gute Zusammenarbeit zu schaffen.

 

Wie lange dauert die Eingewöhnungsphase?

Wie lange die Eingewöhnungsphase dauert, bestimmt das Kind selbst.
Es gibt Kinder die bereits nach 6 Tagen eingewöhnt sind, andere wiederum haben erst nach 3 Wochen eine Bindung zu den Tageseltern aufgebaut.
Das DJI Curriculum zur Qualifizierung in der Kindertagespflege lehrt, dass ein Zeitfenster von 14 Tagen bis 3 Wochen für die Eingewöhnungsphase vorgesehen ist.

Da man vorher nie wissen kann, wie sich ein Kind verhält, plane ich immer volle 3 Wochen ein. Hier sollte nach Möglichkeit immer die gleiche Bezugsperson das Kind begleiten und täglich zur Eingewöhnung erscheinen. Eine Unterbrechung der Eingewöhnung oder ein Wechsel der Bezugspersonen ist nicht förderlich.

 

Wie läuft die Eingewöhnungsphase ab?
  1. Phase: Mutter und Kind verbringen ca. 1 Stunde gemeinsam in der Tagespflege. Hier kann die Mutter das Kind beobachten, wie es sich in der KiTa zurecht findet. Sie sollte sich dabei im Hintergund aufhalten.
  2. Phase: Am 4. Tag verabschiedet sich die Mutter von dem Kind, verlässt jedoch nicht die KiTa. Die Verabschiedung ist kein Abschied für immer und sollte dem Kind auch so vermittelt werden. Ein kurzes und selbstverständliches „Ich bin kurz weg und komm gleich wieder“ hilft oft am Besten. Zu Beginn beträgt diese Zeit eine halbe Stunde bis Stunde und wird je nach Reaktion des Kindes gesteigert.
  3. Phase: Wenn die Tagesmutter eine Bindung zum Kind aufbauen konnte, kann die Mutter die KiTa verlassen. Auch hier wird die Zeit langsam gesteigert. Die Mutter sollte jedoch immer in der Nähe der KiTa bleiben und jeder Zeit Abrufbereit sein.
  4. Phase: Die Eingewöhnungsphase ist beendet, wenn Tageskind und Tagesmutter eine sichere Beziehung zueinander aufgebaut haben. Das Kind lässt sich von der Tagesmutter trösten und lässt sich von ihr zum spielen animieren.

Wichtig: Es kommt vor, dass das Kind weint, wenn die Mutter sich verabschiedet. Da Tagesmutter und Kind nun jedoch vertraut miteinander sind, lässt es sich von ihr beruhigen obwohl das Kind seinen Wunsch nach Mama nicht erfüllt bekommt.

Die 4 Phasen werden sicherlich 2 Wochen dauern. Falls das Kind auf die Abwesenheit recht unbeeindruckt reagiert, kann die Eingewöhnung auch schon nach 6 Tagen beendet sein. Manchmal werden volle 3 Wochen gebraucht, doch eine längere Eingewöhnungszeit könnte dann vielleicht mehr schaden als nutzen.

 

Wie können die Eltern Ihr Kind in dieser Zeit unterstützen?

Die Mutter kann dem Kind etwas von zu Hause in die KiTa mitgeben. Die Schmusedecke, das Kuscheltier oder Ähnliches, verschaffen ein vertrautes Gefühl bei dem Kind.

Wichtig: Die Mutter sollte dem Kind die Gewissheit geben, dass sie mit der Betreuung durch die Tagesmutter einverstanden ist. Die Tagesmutter ist nur eine weitere Bezugsperson für das Kind. Sie kann und will den Eltern ihr Kind niemals „wegnehmen“! Eine Mutter wird immer der wichtigste Mensch im Leben eines Kindes bleiben.

Es ist ein gutes Zeichen, dass die Tagesmutter eine weitere Bezugsperson für das Kind geworden ist – denn das schafft ein Kind nur, wenn die Mutter damit einverstanden ist. Dadurch wird dem Kind der Einstieg in die Tagesbetreuung deutlich erleichtert.

 

Was kann die Tagesmutter tun um die Eingewöhnung zu erleichtern?

Als Tagesmutter darf man erste Zurückweisungen des Kindes (z.B. bei der Begrüßung) nicht persönlich nehmen. Eine gute und vertrauensvoll Beziehung braucht ihre Zeit.

Die Tagesmutter ist eine zuverlässige und warmherzige Betreuerin für das Kind und geht auf seine Bedürfnisse sensibel ein.

Wenn die Tagesmutter weiß, wo die Interessen des Kindes liegen (z.B. der bunte Stoffball), kann sie verschiedene Spiele anbieten, um den ersten Bezug zum Kind herzustellen.

Besonders in den ersten Tagen sollte die Tagesmutter Verständnis gegenüber den Eltern aufbringen. Auch für die Eltern ist es eine schwere Zeit, ihr Kind in eine Betreuung zu geben.

 

Was sind die Ziele der Eingewöhnung?

Die Eingewöhnungszeit soll in erster Linie dem Kind helfen, diesen neue Lebensabschnitt zu meistern. Doch auch die Beziehung zwischen den Erwachsenen festigt sich und lässt die vielleicht letzten Zweifel verfliegen.